german
text below
Moving carefully amidst
the shadows of a construction site, two men, armed with weapons, play an elaborate
cat-and-mouse game. Each of their moves is made with the utmost care: the tiniest
gesture, the slightest snap of wood under foot, could make them vulnerable to
each other. They move in a hypervigilant condition, their senses heightened
in a dance of detection and deception. Each actor is aligned within the other's
"sights," only to escape the line of fire. Hunter becomes hunted.
The camera, too, is armed.
Since the advent of cinema, and through the highly sophisticated combat systems
of today, it is a weapon in the staging of its own kind of war. Loaded with
"artillery" and aimed to shoot, capture, and encode, it too is a role player
in the game. When its trigger is pressed, what kind of occupation does it stage?
How does its own type of seeing and capturing combine with that of its subjects?
Trigger is a video installation that combines eye, camera, and weapon
in a psycho-physiology of combat. It is shot with 16mm film and video from surveillance
cameras and military targeting systems. It also uses an eye-tracked synchronization
system, which automatically aligns weapon and human gaze. In this case, seeing
literally does become firing. With such increasingly automated tracking systems,
the status of the "seer" is an open question. Is the camera-weapon manned or
unmanned, and where is the body that connects to its viewfinder? As humans become
ever more closely integrated with machines, the boundaries are not so easy to
draw. Trigger is intended to evoke how we are changing - in form, behavior,
and visual orientation - as those changes are connected to the domestication
and corporealization of warfare technology.
At the core of the project
is the cluster of eye, viewfinder, and trigger. It is that place where body
and machine meet in a physical or psychological "switch" of some kind, ready
for an act of engagement. In this sense, a trigger is not a specific object
so much as a metaphor for an activation center between perception, technology,
and the pacings of the body.
The setting of Trigger
is a construction site in mid-state of development. Its strewn construction
materials, scaffoldings, rubble, and general disarray also connotes a war zone.
It evokes the role that all of these technologies - whether military or cinematic
- play in the fortification and reshaping of everyday space. In order to emphasize
this connection, formats from commercial tracking, mapping, and modeling programs
are included, along with recognizable construction tools.
Flowing between the high-tech
machinery of the military and the lush sensuality of film, Trigger emphasizes
the militarized dimensions of everyday constructed, inhabited space even as
it sensualizes those readings. Focusing on the symbolic, sensorial, and psychological
dimensions of warfare, one gets the sense that the combat scenes between the
two characters are an elaborate dance, a seduction as much as a hunt. Eye framed
by viewfinder and finger pulsing with tension against the trigger of camera-gun,
the combat device surges through the body in a way that is not so easy to categorize.
Suspended within a condition of hypervigilance, physiology, technology, and
erotic gaze are joined. Line of fire combines with line of desire.
Zwei bewaffnete Männer stehlen sich durch die Schatten
einer Baustelle – sie spielen ein ausgeklügeltes Katz-und-Maus-Spiel. Jeder
ihrer Schritte wird mit äußerster Vorsicht ausgeführt: Die geringste Geste,
das leiseste Knacken von Holz unter ihren Füßen könnte sie dem anderen verraten.
Sie befinden sich in einem Zustand höchster Wachsamkeit, ihre Sinne sind geschärft
in einem Tanz der Entdeckung und Täuschung. Die Akteure tauchen im Visier des
anderen auf, nur um sogleich aus dessen Schusslinie zu fliehen. Jäger werden
Gejagte. Auch die Kamera ist bewaffnet. Seit der Erfindung des Zelluloids –
und umso mehr durch die hochentwickelten Gefechtssysteme von heute – ist sie
eine Waffe, die ihre eigene Form von Krieg inszeniert. Mit “Artillerie” ausgerüstet
und darauf ausgerichtet, zu “schießen”, einzufangen und zu verschlüsseln, hat
auch sie ihre Rolle in dem Spiel. Welche Art der Besetzung zeigt sie, wenn ihr
Auslöser betätigt wird? Wie verhält sich ihre eigene Art zu sehen und einzufangen
zu der ihrer Motive?
Trigger ist eine Videoinstallation, die Auge, Kamera und Waffe in
einer erotischen Kampfphysiologie vereinigt. Das Bildmaterial ist von Überwachungskameras
und militärischen Zielerfassungssystemen aus auf 16mm-Film und Video gedreht.
Außerdem verwendet Trigger ein “Eye-Tracking” Synchronisationssystem,
das Waffe und menschlichen Blick automatisch zur Deckung bringt. In diesem Fall
wird Sehen buchstäblich zum Feuern. Bei solchen zunehmend automatisierten Verfolgungssystemen
ist der Status des “Sehenden” ungewiss. Ist die Kamera-Waffe bemannt oder unbemannt,
und wo befindet sich der Körper, der die Verbindung zu ihrem Bildsucher herstellt?
Aufgrund der immer engeren Integration von Mensch und Maschine sind die Grenzen
nicht so einfach zu ziehen. Ziel von Trigger ist es, wachzurufen, wie
wir uns verändern – in Gestalt, Verhalten und visueller Orientierung, da diese
Veränderungen an die Domestizierung und Verinnerlichung von Kriegstechnologie
gebunden sind.
Im Zentrum des Projekts steht das Gefüge aus Auge, Bildsucher
und Auslöser. Der Ort, an dem Körper und Maschine in einem physischen oder psychologischen
“Klick” aufeinander treffen – zur Kampfhandlung bereit. In diesem Sinn ist ein
Auslöser weniger ein konkretes Objekt als eine Metapher für ein Aktivierungszentrum
zwischen Wahrnehmung, Technologie und den Ausweichbewegungen des Körpers.
Schauplatz von Trigger ist eine Baustelle, das
Projekt ist halb fertig. Die herumliegenden Baumaterialien, Gerüste, Bruchsteine
und das allgemeine Durcheinander lassen an ein Kriegsgebiet denken. Das Szenario
erinnert daran, welche Rolle all diese Technologien – ob zu militärischen Zwecken
oder für Filmaufnahmen genutzt – in der Befestigung und Umgestaltung des Alltagsraums
spielen. Um diesen Zusammenhang stärker hervorzuheben, beinhaltet die Installation
neben so deutlich erkennbaren Baustellenwerkzeugen wie Vermessungsgeräten auch
verschiedene Formate von kommerziellen Verfolgungs-, Kartographie- und CAD-Gestaltungs-Programmen.
Trigger bewegt sich fließend zwischen der Hightech-Maschinerie des
Militärs und der opulenten Sinnlichkeit von Kino. Der inhaltliche Schwerpunkt
des Projekts liegt auf der militarisierten Dimension des gebauten, bewohnten
Alltagsraums, auch wenn diese Lesarten versinnlicht sind.
Durch die Akzentsetzung auf die symbolische, sensorische
und psychologische Größe von Krieg erscheint die Kampfszene zwischen den beiden
Figuren wie ein kunstvoller Tanz, ist sie ebensosehr Verführung wie Verfolgungsjagd.
Den Blick durch den Bildsucher eingerahmt und den Finger gespannt am Abzug der
Kamera-Waffe, wogt die Kampfabsicht auf eine Art durch den Körper, die nur schwer
einzuordnen ist. In einem Zustand größter Wachsamkeit verschmelzen Physiologie,
Technologie und erotischer Blick. Die Schusslinie wird eins mit der Linie der
Begierde.